SAR Wert

Der SAR Wert – ausgeschrieben „spezifische Absorptionsrate“ ist eine physikalische Größe, die angibt, zu welcher Rate ein elektromagnetisches Feld, wie es beispielsweise von Handys abgestrahlt wird, auf lebendes Gewebe wirkt. Dieser Wert hat insofern Bedeutung, als dass je nach Strahlungsleistung durch elektromagnetische Felder eine Erwärmung biologischen Gewebes stattfindet, die je nach Ausmaß punktuell zur Schädigung oder sogar Zerstörung des Gewebes führen kann. Die physikalische Maßeinheit für den SAR Wert ist W/kg – er errechnet sich entweder aus der Feldstärke, der Stromdichte oder der Temperaturdifferenz im Gewebe.

Die Strahlungsleistung von Handys ist allerdings immer nur ein relativer Richtwert

Obwohl der SAR Wert eine genau definierte physikalische Größe ist, kann er beispielsweise für einzelne Mobiltelefone oder Smartphones nicht exakt und allgemeingültig angegeben werden, da die Temperaturerhöhung im Gewebe und damit die mögliche Schädigung immer abhängig von der abgestrahlten Leistung ist. Handys haben allerdings eine auch je nach Netzanbieter schwankende Abstrahlleistung, die sich je nach Empfangslage, Netzanbieter und verwendetem Smartphone zwischen relativ niedrigen und sehr hohen Werten bewegen kann. Der SAR Wert von einem modernen Smartphone pendelt üblicherweise zwischen rund 0,1 und 1,99 W/kg, also bis knapp unter dem von der WHO empfohlenen Grenzwert für den maximalen SAR Wert. Über die Auswirkung von längerdauernder, aber dafür geringerer Belastung wurden bislang noch keine wissenschaftlich fundierten Aussagen getroffen. Die Angaben auf dem Smartphone müssen darüber hinaus aus physikalischen Gründen auch immer mit Vorsicht betrachtet werden.

Gütesiegel blauer Engel

Für Geräte mit geringer Abstrahlleistung gibt es auch ein Gütesiegel, den sogenannten Blauen Engel und die TCO 01. Den Blauen Engel erhalten Geräte mit SAR Wert von maximal 0,6 W/kg, für das TCO 01 Gütesiegel darf die Maximalbelastung einen Wert von 0,8 W/kg nicht überschreiten. Voraussetzung ist dafür aber eine normierte Messung nach EN 62209-1. Die früher uneinheitlichen Mess-Standards wurden durch die Euronorm nun vereinheitlicht, und ermöglichen damit auch aussagekräftige Messungen. Wünschenswert für ein besseres Vergleichen der durch Handys verursachten Strahlungsbelastungen wären allerdings Meßangaben, die das Verhältnis SAR Wert zu höchsten praktisch erbrachten Sendeleistung des Gerätes wiedergeben, wie etwa der normierte connect-Strahlungsfaktor. In Deutschland ist das Bundesamt für Strahlenschutz für die Einhaltung der SAR-Grenzwerte zuständig, die meisten Netzanbieter können über den SAR Wert von selbst vertriebenen Smartphones meist ebenfalls Auskunft geben.

Andere Ursachen für elektromagnetische Umweltbelastungen

Nicht nur das Smartphone oder Handy, sondern beispielsweise auch viele Geräte im Haushalt, wie beispielsweise Induktionskochplatten oder Mikrowellen, oder Hochspannungsleitungen, Schweißgeräte, Satellitenfernsehen oder Computer erzeugen elektromagnetische Felder, denen der menschliche Körper ausgesetzt ist, und die gesundheitsschädlich sein können. Die Erwärmung von Gewebe, das einer solchen hochfrequenten Strahlung ausgesetzt ist, kann bei entsprechend hoher Feldstärke dazu führen, dass sich Eiweißkörper im Gewebe ganz oder teilweise zersetzen können. Diese sogenannte thermische Wirkung kann durchaus auch durch eine Langzeitbelastung mit niedrigeren Feldstärken als der Grenzwert eintreten. Die Setzung eines als noch unschädlich geltenden Grenzwertes ist dabei immer schwierig, da neben der Beschaffenheit des Gewebes die Wirkung von elektromagnetischen Feldern von vielen anderen Faktoren abhängig ist. Die Angabe solcher Grenzwerte erfolgt aber – anders als beim SAR Wert in V/m oder W/m, von denen die spezifische Temperaturerhöhung in einem bestimmten Gewebe dann rechnerisch abgeleitet werden muss.